Fermi-Fragen: wie man schätzt, was niemand weiß

Eine Fermi-Frage ist ein Problem, dessen genaue Antwort du nicht kennst, das du aber durch Schätzen herleiten kannst. Zerleg es in kleinere Schritte, schätz jeden grob und multipliziere die Ergebnisse. Ziel ist nicht die genaue Zahl, sondern die richtige Größenordnung: Hunderte oder Millionen. Benannt ist sie nach dem Physiker Enrico Fermi, der für solche Schätzungen berühmt war.

Eine Fermi-Frage in 4 Schritten

  1. Kläre, was genau du zählst und in welcher Einheit.
  2. Zerleg die Frage in Schritte, die du schätzen kannst: wie viele Menschen, wie oft, wie viele Stück.
  3. Schätz jeden Schritt grob. Die Größenordnung reicht, etwa 10, 100 oder 1.000.
  4. Multipliziere und prüfe, ob das Ergebnis Sinn ergibt. Wenn nicht, such den Schritt, der danebenliegt.

Beispiel: Wie viele Klavierstimmer gibt es in Chicago?

Die klassische Fermi-Frage. Alle Zahlen unten sind Schätzungen, keine Fakten, und genau darum geht es.

Einwohner Chicagosetwa 3.000.000
Haushalte (etwa 2–3 Personen pro Haushalt)etwa 1.000.000
Haushalte mit Klavier (etwa jeder zwanzigste)etwa 50.000
Stimmungen pro Jahr (eine pro Klavier)etwa 50.000
Stimmungen, die ein Stimmer pro Jahr schafft (4 am Tag, 250 Tage)etwa 1.000
Klavierstimmeretwa 50

Das Ergebnis „ein paar Dutzend“ ist nützlich, auch ohne die genaue Zahl. Es sind keine Hunderte und nicht nur einer.

Häufige Fragen zu Fermi-Schätzungen

Warum heißt das Fermi-Frage?

Nach dem italienisch-amerikanischen Physiker Enrico Fermi, Nobelpreisträger für Physik 1938. Er war dafür bekannt, Größen, zu denen er keine genauen Daten hatte, schnell und erstaunlich gut zu schätzen.

Wie genau sollte eine Fermi-Schätzung sein?

Eine gute Schätzung trifft die richtige Größenordnung. Wer höchstens doppelt zu hoch oder zu niedrig liegt, hat ein sehr gutes Ergebnis. Bei Fynal bringt so eine Schätzung etwa 70 von 100 Punkten.

Wozu sind Fermi-Schätzungen gut?

Sie helfen, schnell zu prüfen, ob eine Zahl Sinn ergibt, in den Nachrichten, im Job oder bei der Planung. Sie kommen auch in Bewerbungsgesprächen vor, etwa bei Unternehmensberatungen.

Wo kann ich Fermi-Fragen üben?

Bei Fynal. Jeden Tag bekommst du drei neue Fermi-Fragen und siehst nach deiner Schätzung die Antwort, den Rechenweg und wie andere geschätzt haben.

So wird gespielt

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